Georg Matulaitis

Der selige Georg Matulaitis ist Gründer unserer Kongregation. Er lebte von 1871 bis 1927 und war erfüllt von der Liebe zu Christus und seiner Kirche.

Georg Matulaitis als Bischof von Vilnius

Aus seinem geistlichen Tagebuch, 14.10.1910: „Es sei das Leitmotiv meines Lebens: In allem Gott suchen, alles zu seiner Ehre tun, Gottes Geist überall in alles hineintragen und alles von ihm durchdringen lassen. Gott und seine Ehre sei die Mitte meines ganzen Lebens, die Achse, um die sich alle meine Gedanken, Gefühle, Wünsche und Taten drehen.
Gottes Ehre und das Heil der Seele sollen mir über alles gehen. Kann es ein höheres, edleres Ziel geben als dieses? Wie gering erscheint alles andere im Vergleich zu diesem Ziel! Was bedeuten selbst die besten und schönsten Bestrebungen der Menschen im Vergleich mit diesem Ziel?“

Aus seinem Leben:

Georg Matulaitis wurde am 13. April 1871 in dem Dorf Lugine, Kreis Mariampol, in Südlitauen geboren. Seine Eltern, fromme, fleißige Bauern, hatten acht Kinder. Georg war das jüngste. Als Dreijähriger verlor er seinen Vater. Einige Jahre darauf starb auch seine Mutter. Sein Waisenschicksal war schwer und leidvoll. Mit fünfzehn Jahren erkrankte er an Knochentuberkulose und litt daran bis zu seinem Lebensende. Seine Ausbildung musste er aus gesundheitlichen Gründen mehrmals unterbrechen.

Er besuchte das Gymnasium in Mariampol und studierte Philosophie und Theologie in Kielce, Warschau und St. Petersburg. Dort empfing er 1898 an der Geistlichen Akademie die Priesterweihe. Zum Weiterstudium wurde er nach Fribourg in der Schweiz geschickt und vertiefte sich in die katholische Soziallehre. Danach wirkte er unter den Arbeitern in Warschau, gründete Kinderheime und half Notleidenden, ohne dabei nationale oder religiöse Unterschiede zu machen. Auch dozierte er Soziologie in St. Petersburg.

1918 wurde er zum Bischof von Vilnius in Litauen ernannt und hatte dort wegen nationaler und politischer Zwistigkeiten der Bevölkerung viel zu leiden. 1925 wurde sein Verzicht auf das Bischofsamt angenommen. Papst Pius XI. sandte ihn darauf jedoch als Apostolischen Visitator nach Litauen, wo er das Konkordat vorbereitete. 1927, kurz nach seinem Tod, wurde es angenommen. Seine Seligsprechung fand am 28. Juni 1987 in Rom statt, der liturgische Gedenktag ist der 27. Januar.

Im Laufe seines Lebens ereuerte er das kirchliche Leben in seinem Umfeld grundlegend: Er unterstützte die im Verborgenen lebenden Ordensgemeinschaften und trat 1909 selbst in eine aussterbende Ordensgemeinschaft ein: Bei den Marianern. Heute wirkt diese Gemeinschaft weltweit und hat über 400 Mitglieder. Darüberhinaus war Georg Matulaitis auch Gründer von zwei Frauengemeinschaften, den Schwestern der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria (1918) und von uns, der Kongregation der Schwestern Dienerinnen Jesu in der Eucharistie (1923).

In deutscher Sprache sind zur Zeit zwei Publikationen verfügbar: Seine persönlichen Aufzeichnungen aus den Jahren 1911 – 1914 (geistliches Tagebuch), das über unsere Gemeinschaft bezogen werden kann und eine  umfangreiche wissenschaftliche Arbeit über sein Leben und Wirken von Tadeusz Górski: Leben und Werk des seligen Georg Matulaitis.
Eine kurze Liste seiner Publikationen gibt einen Einblick in seine Bedeutung für verschiedene Nationen, eine Bilderstrecke mit Orten, die mit seinem Leben zu tun haben, lassen uns ein wenig in sein Leben eintauchen.